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Unsere Mulchexperimente
Laut Ruth Stout kann man die Kartoffeln ganz einfach auf einem unvorbereiteten, mit Gras bewachsenen Boden anbauen. Sie knickt das Gras um, legt die Kartoffel hin und deckt sie mit Mulch zu.
So weit so gut.
Aus jetziger Sicht kann ich sagen, gut dass wir es in einigen Experimenten abgewandelt haben.
Experiment Nr. 1 Hier war der Boden sowieso aufgelockert. Vom Hochbeet Nummer 3 habe ich die ganzen Stengel vom letzten Jahr entfernt und den Boden gleich durchgehackt. So war es ein Einfaches, dort die Kartoffeln zu stecken. Zwischen den Reihen haben wir dann dick gemulcht, inzwischen schon drei Mal nachgemulcht.
Damit das Hochbeet Nr. 1 sich nicht zu einer Fallgrube für die Tiere und Menschen entwickelt (so tief ist es schon eingesunken), habe ich den Mutterboden von der Einfahrt darüber verteilt. Dort haben wir dann auch die Kartoffeln gesteckt und gemulcht.
Mitte Juli können wir sagen, dass wir auf diesen 2 Beeten die besten Kartoffel-Pflanzen haben. Endgültig werden wir erst nach der Ernte wissen, welches Experiment am Besten war. Die Küken werden im Herbst gezählt, sagt ein russisches Sprichwort.
Es ist eine Kombination aus der konventionellen und der Mulch-Methode. Der Nachteil ist - man hat nicht unbedingt weniger Arbeit. Zumindest Unkraut Jäten und Aufhäufeln können wir uns ersparen.
Experiment Nr. 2 Hier war der Boden hart und das Unkraut stand teilweise kniehoch. Deswegen haben erst richtig dick das Heu verteilt. Wir haben es auch nicht auseinander gerissen, so wie es war, in gepressten Schichten ca 30 cm dick hingelegt. Dann haben wir mit der Hand kleine Löcher bis zum Boden "gebohrt" und die Kartofeln auf die Erde gelegt. Die Löcher haben wir nur locker zugedeckt.
Auf den ersten Beeten waren die Kartoffeln schon lange raus, hier konnten wir aber lange nichts sehen. Hin und wieder prüften wir die Knollen, sie waren gut am Keimen.
Als wir die ersten Kartoffel-Pflanzen zwischen dem Heu entdeckten, hatten wir Tränen in den Augen. Eine kleine Pflanze für uns, ein großer Schritt für die Menschheit. Oder so.
Inzwischen blühen die Kartoffeln. Es sind nicht alle gekommen, ein Teil wird wohl den Mäusen geschmeckt haben. Solange genug für uns übrig bleibt, ist es in Ordnung.
Experiment Nr. 3 Textgetreu nach Ruth Stout haben wir die Kartoffeln einfach auf die Erde gelegt und mit Heu zugedeckt. Diese Art bedeutete am wenigsten Arbeit, wir haben uns kaum bücken müssen. Es geht sogar soweit, dass wir uns auch das Ernten ersparen können. Denn es sind so gut wie keine Pflanzen da. Eine Ausnahme bildet eine kleine Fläche (ca 10 X 2 m), die wir 5 Wochen vorher mit der schwarzen Folie abgedeckt haben. Wir wollten die Quecke zurückdrängen, die an der Stelle besonders üppig wuchs.
Wir sind gerade bei der Fehler-Analyse. Vermutlich haben wir den Mulch nicht dick genug verteilt, denn wir dachten immer daran, die Kartoffeln müssen ja dadurch schaffen. Wegen des Grases konnte das Heu auch nicht dicht genug an den Boden bzw. an die Knollen dran. Denn bei der Stelle mit der Folie hatten wir genauso gemulcht wie direkt daneben im Gras. Durch die Folie war der Boden sogar trockener als sonst. Trotzdem stehen auf der Stelle vielleicht 30 Pflanzen, direkt daneben nur eine.
Trotz der Rückschläge finden wir diese Methode optimal. Dann wird halt der Boden für das nächste Jahr vorbereitet. Wir bekommen trotzdem genug Kartoffeln. Diese sind nach der besten Methode überhaupt angebaut: Mann lasse die Verwandten zur Kartoffelnernte kommen. Nächstes Jahr kommen auf der Fläche so viele Kartoffeln von alleine, dass da nichts anderes angebaut werden kann...
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