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Gärtnern für Faule - Die Methode
2010. Eine Reihe von "Zufällen" brachte uns zu der Methode. Erstens wollten wir nicht mehr graben. Es muss doch anders gehen, als sich tagelang zu schinden!
Ein Nachbar hatte uns angeboten, das zweite Feld zu pflügen. Wir wollten zwar keine Maschinen bei uns aufs Land lassen, das wäre aber das kleinere Übel. Nur hatte der Mann nie Zeit bzw. wenn er Zeit hatte, war der Boden einfach zu nass. Wir kamen einfach nicht zum Pflügen!
Als es schon Ende Mai war und die Kartoffeln schon lange rein sollten, habe ich gezielt nach besseren Boden-Bearbeitungs-Methoden recherchiert. Bis ich eine Buchempfehlung in einem Forum fand: Ruth Stout "Gärtnern ohne Arbeit". Allein der Titel war schon sehr sympatisch! Das Buch war fast nicht zu bekommen, bei Amazon konnten wir es dann gebraucht finden.
Ich kann die Methode in einem Wort zusammen fassen: MULCHEN! Natürlich haben wir schon immer von Mulchen gehört und gelesen, Unkraut und Rasenschnitt landete bei uns immer auf den Beeten. Es geht um das TOTALE MULCHEN! Ruth Stout hält (hielt, mit 95 Jahren ist sie gestorben, bis zuletzt hat sie ihren Garten bestellt) alles unter einer Schicht von 20-30 cm Stroh oder Heu. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Boden trocknet nicht aus, es wächst nichts unerwünschtes durch und düngen muss man auch nicht. Höchstens hin und wieder nachmulchen.
Wir hatten zwei Fragen: Erstens, wann ist die Beste Zeit, damit anzufangen. Darauf antwortet Ruth Stout im Buch lakonisch: im letzten Jahr. Dann ist der Boden jetzt locker und bereit. Zuletzt hat sie aber auch ein Paar Experimente auf einem völlig unvorbereiteten Boden durchgeführt und konnte einiges erreichen.
Zweitens, wo nehmen wir so viel Heu oder Stroh her? Einen Tag nachdem wir gesagt haben, das ist es, das wollen wir machen, entdeckten wir 100 Meter von unserem Feld entfernt einen großen Ballen Heu direkt am Waldesrand. Die Nachfragen haben ergeben, der gehöre dem Nachbarn, der nie Zeit hatte. Natürlich haben wir ihn sofort gefragt, was damit wäre. Der Ballen war schlecht geworden, deswegen hatte er ihn einfach am Rand zum Verrotten hingekippt. Wir können ihn selbstverständlich haben, meinte er. Dann fragte er noch, ob wir ihm einen Gefallen tun könnten und seine Scheune leerräumen, dort hat er noch 5 oder 6 solche Rollen schlechten Heus.
Diesen Gefallen konnten wir ihm tun... ;-)
Als dieses Heu auf dem Land verteilt war, habe ich einen Plakat entworfen, in DIN A3 gedruckt und bei der Post, Tankstelle und der Lottoannahmestelle aufgehängt, dass wir Rasenschnitt, Heu und Stroh egal in welchem Zustand annehmen oder abholen. Seitdem bekommen wir manchmal mehrere Anrufe pro Tag. Kleinere Mengen holen wir auch ab, wir bekommen auch die großen Rollen einfach geliefert. Denn es scheint letztes Jahr durch den Regen viel Heu verdorben zu sein. Wir machen die Leute glücklich, indem wir es für sie entsorgen.
Wir haben auch schon vielversprechende Ergebnisse, darüber später.
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