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Unser Land: die Hochbeete
Da wir im Herbst erst ankamen, konnten wir nicht mehr viel auf dem Land machen. Wir wollten aber auch schon
anfangen zu gestalten. In Dortmund haben wir uns viel mit Permakultur auseinandergesetzt, insbesondere nach Sepp Holzer (seine Bücher haben wir neuerdings auch im Shop). Wenn er neues Stück Land bekommt oder bei seinen Projekten weltweit arbeitet - als Erstes legt er immer Terrassen in die Hänge und Hoch- bzw. Hügelbeete an. Das wollten wir auch unbedingt.
Das erste Hochbeet sollte mehrere Funktionen haben. Denn der Vorbesitzer hat eine natürliche Kuhle mit dem Bauschutt zuschütten lassen, damit er dort mit dem Rasentraktor durchfahren konnte. Er hat aber nicht daran gedacht, dass die Kuhle zwischen der Scheune und der Spitze des kleinen Hügels war und im Frühjahr als natürlicher Puffer fürs Tauwasser diente. Jetzt konnte das Wasser ungehindert an die Scheune ran. Und da sollte das Hochbeet die Abhilfe schaffen, indem das Wasser teils gespeichert teils umgeleitet werden sollte.
Bei diesem Beet haben wir sogar die Arbeitsweise von Holzer abgeschaut. Der Graben wurde mit dem Bagger ausgeschaufelt (aber auch nur, weil er wegen der Straßenbauarbeiten direkt vor dem Haus war), dann wurde alles mit Biomasse gefüllt. Holzer verwendet ganze Baumstämme dafür, das wollten wir dann doch nicht. Aber es kamen Wurzelstöcke, jede Menge Laub und Reisig darein.
Am 31.12.06 hatten wir immer noch keinen Schnee (soviel zur Schneegarantie!), so dass wir unserer Tradition folgen und etwas verrücktes tun konnten, während der Rest der Welt sich auf die Feier vorbereitet hat: wir haben das Hochbeet zugeschaufelt.
Im Frühjahr haben wir dann verschiedenes Gemüse auf dem Hochbeet gesät, auch Büsche gepflanzt. Danach haben wir nach und nach noch drei Hochbeete angelegt, das letzte ist noch nicht fertig. Die Gräben für die Beete haben wir selbst ausgehoben, diese waren nicht mehr so tief und breit wie der erste. In drei Jahren haben wir so viel Erfahrung damit gesammelt um sagen zu können: diese Art des Anbaus passt weder zu uns noch zu unserem Boden. Aus folgenden Gründen haben wir so entschieden:
- Der Aufwand. Ein Graben, 10 Meter lang, 1 bis 1,5 Meter breit und halben Meter tief bedeutet ein Paar Tonnen Erde die 2 Mal bewegt werden wollen. Mit dem Bagger geht es recht schnell, ich kenne aber niemanden, der einen Bagger im Geräteschuppen rumstehen hat (... Wo habe ich denn meinen 5-Tonnen-Bagger. Vielleicht hinten in der Ecke?.. Oder doch hinter dem Baukran in der Garage?..). Wir haben für das erste Beet 56 € bezahlt, nur weil keine An- und Abfahrt berechnet werden musste. Der Bagger musste auch kaum auf das Land fahren, da das Beet nah an der Grundstücksgrenze war. Sonst kommen bei uns keine schweren Maschinen aufs Land. Mit dem Spaten hat dafür es recht lange gedauert.
- Die Biomasse. Kaum ein Privathaushalt hat 10-15 Kubikmeter Biomasse sofort zur Verfügung, auch bei einer Großfamilie fallen nicht so viele Kartoffelschalen an. Ich habe Plakate gedruckt und im Ort aufgehangen, dass wir alles annehmen, Reisig, Rasenschnitt u.s.w. Es gab auch viele Anrufe, einige haben ihren Mist (meistens von Kaninchen) vorbei gebracht, die meisten wollten das Zeug abholen lassen. Ich war wochenlang mit dem Anhänger im Ort unterwegs.
- Mäuse und Schnecken. In den Hochbeeten konnten sich jede Menge Mäuse und Schnecken vermehren. Das brachte uns mehr Freizeit im Herbst, denn wir brauchten nicht mehr so viel zu ernten. Komischerweise brauchen wir auch nicht weniger Katzenfutter für unsere 3 Katzen. Die Mäuse haben aber auch positive Veränderungen bewirkt: in einem der Hochbeete (was noch nicht komplett zu ist) haben wir eine Ringelnatter entdeckt. Diese sind in Deutschland geschützt. Letzten Herbst hat auch ein Fuchs in dem angefangenen Teich sich einen Bau gegraben und hat bei uns auf dem Land überwintert. Jetzt scheint der Bau verlassen zu sein.
- Der Nutzen. Den haben wir nicht wirklich entdeckt. Die Idee, Gemüse zu ernten ohne sich zu bücken, ist bei einem Hügelbeet ein Märchen. Denn damit der Hügel 1,20 m hoch ist, muss er in der Basis 1,5-2 Meter breit sein. Denn die Seiten können nicht sehr steil sein, zumindest nicht bei unserem sandigen Boden. Das Gemüse auf dem Hochbeet war ständig in Gefahr zu vertrocknen, so dass wir von unserem Prinzip abweichen mussten, nichts zu giessen (Gewächshaus natürlich ausgenommen).
Die vorhandenen Hochbeete werden von uns noch genutzt, bis sie wieder flach sind. Wir werden aber keine neuen anlegen.
Dieses Jahr haben wir eine Methode entdeckt, die viel effektiver zu sein scheint. Wir haben auf alle Fälle schon viel versprechende Erfahrungen. Dazu später mehr...
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