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Das Haus
Beim Einzug war das Haus, gelinde gesagt, minimalistisch. Eine Zeit lang fanden wir es sogar romantisch. Am dritten Tag hab
en wir aber entschieden, eine Dusche ist doch kein Luxus sondern eine Notwendigkeit, wenn wir Wert auf soziale Kontakte legen. Der Vorbesitzer hatte eine Zinkbadewanne in die Küche gezerrt und mit heißen Wasser aus dem Badeofen gefüllt, wenn er baden wollte. Der Badeofen war (nicht zugelassenerweise) direkt an den Kachelofen angeschlossen. Gut dass wir aus Dortmund eine Komplettdusche mitgebracht haben. Schlecht dass sie fast nirgendwo hingepasst hat wegen der niedrigen Decken... Wir haben die Dusche dann im Flur angeschlossen, wo sie jetzt noch steht.
Die zweite wichtige Veränderung betraf unsere Toilette. Wir hatten zwar ein WC mit Spülkasten, es hatte aber weder Wasseranschluss noch einen richtigen Abfluss. D.h. man musste den Spülkasten manuell, "händisch" wie man hier sagt, mit Wasser füllen. Dafür stand eine Regentonne in der Nähe, die mit Regenwasser, Geschirrspülwasser und sonstigem Wasser gefüllt war. Es war eventuell ökologischer als sauberes Trinkwasser für die Spülung zu nehmen, angenehm war es aber nicht. Das Haus war aber auch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Die Kanalisation war zwar vor kurzem im Zuge der Strassenbauarbeiten bis an die Grundstücksgrenzen gelegt worden, der letzte Abschnitt war noch nicht fertig. Es sammelte sich alles in einer Jauchegrube, die dann geleert werden musste, sobald sie voll war.
So haben wir erst Wasserleitung legen und später das Haus mit viel Eigenarbeit (Graben ausheben und zumachen, Betonboden aufklopfen und Wand durchbohren) an die Kanalisation anschliessen lassen.
Mit diesen mehr oder weniger kleinen Veränderungen haben wir unser Haus aus dem 19. in das 21. Jahrhundert katapultiert.
Beim Einzug waren auch nur 2 Zimmer im Erdgeschoss bewohnbar. Inzwischen haben wir noch 3 Zimmer oben fertig bekommen, so dass wir zumindest im Sommer auch Gäste unterbringen können. Denn eine Zentralheizung haben wir immer noch nicht. Wollen wir auch nicht. Wir haben unten einen wunderbaren Kachelofen mit Backofen und Warmhaltefach. Gut, man muss schon Fingerspitzengefühl für den Backofen entwickeln (siehe Bilder). Dazu hab
en wir noch einen holzbefeuerten Herd mit großer Kochfläche (6 grosse Töpfe passen nebeneinander drauf) und Backofen einem Nachbar abgekauft und angeschlossen. Bis jetzt reichte das Holz aus unserem Wald, es kam uns zugute, dass im Wald scheinbar seit Jahrzehnten nichts gemacht wurde. So haben wir im Herbst 2006 nur das trockene Holz aus dem Wald gefahren und mit Handsäge zersägt. Es reichte für den ganzen Winter. Später haben wir nur durchgeforstet, die Ränder freigemacht. Unsere Heizkosten dürften maximal bei 150 € für 4 Jahre liegen, das Geld haben wir zum Beispiel dem Nachbarn fürs Bäume Fällen bezahlt. Das Holz für den nächsten Winter liegt auch schon gestapelt und getrocknet, es ist ein sehr beruhigendes Gefühl.
Wir haben noch viel vor mit unserem Haus. Und wir hetzen uns auch nicht. Wir haben alle Zeit der Welt.
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