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Ein Zwischenspiel
Im September 2009 wollten wir beide etwas neues ausprobieren, von dessen Richtigkeit wir überzeugt waren und sind.
Wir stellten unsere Ernährung auf vegan um. Es bedeutet keine tierischen Produkte, weder Eier noch Milchprodukte.
Der Schritt war ganz logisch für uns. Bis jetzt haben wir immer gesagt, es sollte keine Wesen für unsere Ernährung getötet werden. Der nächste Schritt war, dass auch kein Wesen für unser Essen gefoltert wird. Denn anders als Folter kann man die Massentierhaltung kaum bezeichnen.
Reine Überlegung: in der Natur legen die Vorfahren unserer Hühner maximal 5-7 Eier im Jahr. Die gezüchteten Hühner legen bis zu 280 Eier. Sie werden zu Eierlegemaschinen degradiert und fristen ihr Dasein zusammengepfercht teilweise auf engstem Raum.
Bei der Milch ist es noch schlimmer. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. In der Milchwerbung wird leider nicht erwähnt, was mit den meisten Kälbern passiert: sie werden 2 Wochen mit sehr wenig Milch gerade so am Leben erhalten und dann geschlachtet. Angeblich bringt es besonders zartes Fleisch...
Abgesehen von den moralischen Gründen ist Kuhmilch überhaupt nicht gesund für den Menschen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung kann die Milch überhaupt nicht vertragen. Die anderen glauben die Milch vertragen zu können und schieben die Symptome auf etwas anderes: Blähungen, Magenschmerzen, Durchfall, ständig laufende Nase, Nebenhöhlenbeschwerden, Übersäuerung etc.
Aus diesen Gründen haben wir gesagt, ab jetzt wollen wir wirklich konsequent vegan werden. Wenn wir für uns selbst gekocht haben, fiel uns die Umsetzung überhaupt nicht schwer. Die Schwierigkeiten gab es, wenn wir darauf angewiesen waren, auswärts zu essen. Bei den Gaststätten finden wir immer noch welche, bei denen auf der Karte nicht mal ein einziges vegetarisches Gericht steht, nach Vegan braucht man gar nicht erst fragen. So ähnlich ist es auch bei den Fertiggerichten. In über 90 % aller Fertiggerichte sind Milch- und / oder Eibestandteile drin, oft wo man es gar nicht vermuten würde.
Erst wußten wir nicht, wie wir die Brote für die Arbeit belegen sollten. Dann fanden sehr leckere vegane Aufschnitte und Brotaufstriche in dem Bioladen in der Nähe. Auf Dauer ist es allerdings ganz schön kostspielig geworden, alle Paar Tage in dem Bioladen einzukaufen.
Wir hatten auch ganz auf Schokolade verzichtet, denn es ist immer Milch in der Schokolade drin. Das war nicht leicht. Irgendwann haben wir eine vegane Schokolade entdeckt, "Wiener Nougat" von Fazer. Nach 2 Schachteln davon (auch nicht billig!) haben wir entschieden, wir behalten die Richtung bei, wollen aber nicht päpstlicher als Papst sein. Wenn wir nicht zum Bioladen fahren wollen, um Brote für die Arbeit zu belegen, dann kaufen wir eben eine Packung Käse. Und wenn wir Lust auf Kuchen haben, dann fragen wir auch nicht, ob da Eier drin sind.
Das war der Stand Februar 2010. Im Juli 2010 erhielten wir ein Geschenk, welches unser Leben wieder verändert hat. Davon später...
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